
Projekthintergrund
In vielen Regionen Deutschlands fehlen hochvalide meteorologische Daten für eine verlässliche Niederschlagsvorhersage wie z.B. für Extremereignisse wie Starkregen. Ziel ist es, automatisierte Prüfprozesse zu schaffen, welche übertragbar und auf verschiedene Messsysteme anwendbar sind.
Ziele
In dem Anfang 2025 gestarteten Projekt NIQKI geht es um die Entwicklung von Verfahren zur zeitnahen Plausibilisierung von Niederschlagsdaten unter Einbezug und Weiterentwicklung bekannter Verfahren und der Nutzung von Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI). Dabei sollen die Möglichkeiten von KI bzgl. maschinellem Lernen und der Nutzung von Vorinformationen ausgelotet werden. Als Datengrundlage werden erstmalig Daten in hoher Dichte und Verfügbarkeit am Beispiel Nordrhein-Westfalens eingesetzt. Für das KI-Training stehen mehr als 20 Jahre Daten von über 1000 Messstationen sowie Radardaten in Form eines korrigierten Radarkomposits zur Verfügung.

Arbeitsschwerpunkt hydro & meteo
Die Aufgabe von hydro & meteo besteht einerseits in der Bereitstellung der historischen Daten mit den Ergebnissen der manuellen Kontrolle. Andrerseits gilt es, bestehende halbautomatische Verfahren weiterzuentwickeln und mit neuen Methoden zu ergänzen. Die Verfahren werden am Ende des Projektes als OpenSource zur Verfügung gestellt.
Partner
Förderung
Das Projekt NIQKI wird im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert.
Projektlaufzeit: 02/2025 – 01/2028
Gesamtfördervolumen: 2,5 Mio. €
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REINFORM
Bessere Daten für eine nachhaltigere Landwirtschaft in Australien
Hintergrund
Aufbauend auf dem Erfolg der WaterSENSE toolbox zielt REINFORM (Remote senseing integration for optimised resource management) auf die Entwicklung skalierbarer und transparenter Methoden zur Messung der Wasserproduktivität ab. Ein wichtiger Schwerpunkt ist die Nachhaltigkeit in der Bewässerungslandwirtschaft, insbesondere im Baumwollsektor, wo eine effiziente Wassernutzung für die langfristige Rentabilität entscheidend ist. Eine wichtige Voraussetzung, um den nachhaltigen Umgang mit Wasser in der Landwirtschaft sicherzustellen, sind dabei verlässliche Daten über den Wasserkreislauf, die sowohl Produzenten als auch Behörden zur Verfügung gestellt werden sollen. So können Landwirte und Entscheidungsträger dazu beitragen, die Wasserverschwendung zu reduzieren und Umweltauswirkungen zu mindern.
Arbeitsschwerpunkt hydro & meteo GmbH
hydro & meteo hat den Fokus auf der Entwicklung und Bereitstellung hochwertiger Niederschlagsdaten. Dabei ergeben sich zwei Arbeitsschwerpunkte.
Einerseits die Bereitstellung der bestmöglichen Niederschlagsdaten für eine ausgewählte Region. Hierfür werden Daten von zwei Radarstandorten analysiert, um die Voraussetzungen zu schaffen, die Daten in nahezu Echtzeit zu korrigieren. Die korrigierten Daten werden dann zu einem konsistenten Bild kompositiert und anschließend mit ebenfalls durch uns qualitätskontrollierten Regenschreiberdaten angeeicht.
Der zweite Arbeitsschwerpunkt liegt auf der Entwicklung eines hochaufgelösten Niederschlagsprodukts, welches auf Satellitendaten beruht und damit den Ansprüchen der Skalierbarkeit genügt.

Komposit der Radare Hillston und Yarrawonga
Internationale Partner
Das REINFORM Konsortium besteht aus 6 internationalen Projektpartnern:
Förderung

Das Projekt wird aus dem Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung finanziert.
Es hat eine Laufzeit von zwei Jahren (11/2024 – 10/2026).
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Neue digitale Tools und prototypische Lösungen für Gemeinden und Versorgungsunternehmen in der deutsch-dänischen Grenzregion
Hintergrund
Das Klimasystem und der Klimawandel kennen keine Grenzen – die Folgen des Klimawandels stellen bereits jetzt eine Herausforderung für die deutsch-dänische Grenzregion dar, die mit mehr Niederschlägen, Dürre, Sturmfluten und steigendem Meeresspiegel zu kämpfen hat.
Ein Netzwerk von mehr als 35 Partnern trägt dazu bei, Lösungen zur Klimaanpassung über die Grenze hinweg voranzutreiben.
Projektziele
Das gemeinsame Sammeln und Zusammentragen von bereits vorhandenen Informationen und Tools zur Klimaanpassung und die Prüfung von Lösungen für Notfälle ermöglicht eine vergleichende Bewertung zu deren Wirksamkeit. Im Austausch mit Kommunen und Versorgungsunternehmen kann so eine fundierte Einschätzung der besten Handlungsempfehlungen zum Schutz der BürgerInnen und der lokalen Infrastruktur abgegeben werden.
In diesem Innovationsprozess werden neue grenzüberschreitende Kooperationen ermöglicht, die unsere Handlungsfähigkeit im Umgang mit immer häufiger auftretenden extremen Wetterereignissen vergrößert.
Arbeitsschwerpunkt hydro & meteo
Als erfahrener Partner für meteorologische Datenanalyse und Online-Radardatenverarbeitung mit Warnkompetenz einerseits und Erfahrung aus kommunalen Klimaaktionsplänen andererseits bringen wir wertvolles Wissen in das Konsortium ein. Auch die aktuelle Umsetzung eines radarbasierten Warnsystems für Flensburg, das im Rahmen des Vorgängerprojektes NEPTUN geplant wurde, ist Ausdruck unseres kommunennahen Engagements.
Wir steuern unser Know-how im Bereich meteorologische Daten zur Vorhersage von Starkregenereignissen, Überschwemmungen, Stürmen und Trockenheit bei. Zusammen mit dem GERICS (Climate Service Center Germany) sind wir die deutschen „Wissenspartner“ in POSEIDON.
Wir freuen uns über die grenzüberschreitende Vernetzung in diesem Projekt!
Förderung
Das Projekt POSEIDON ist ein Interreg Projekt Deutschland – Dänemark und wird kofinanziert von der Europäischen Union.
Laufzeit: 03/2024 – 02/2027
Gesamtfördervolumen: 1,9 Mio €
Projektwebseite: POSEIDON

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WaX – Verbundprojekt ZwillE
Digitaler Zwilling zum KI-unterstützten Management von Wasser-Extremereignissen im urbanen Raum
Hintergrund
Hydrologische Extremsituationen nehmen weltweit zu. Sie führen zu wirtschaftlichen und ökologischen Schäden und erfordern neue Ansätze für das Management des Wassersektors.
Das Ziel des Verbundprojektes ZwillE besteht in der Entwicklung von Methoden und Werkzeugen für die Erstellung eines Digitalen Zwillings einer städtischen Entwässerungsinfrastruktur als Basis für eine pro-aktive Bewältigung von Wetterextremereignissen im urbanen Raum.
Unter dem Begriff „Digitaler Zwilling“ wird hierbei ein virtuelles Abbild verstanden, das auf Grundlage von Messdaten und Simulationsmodellen den aktuellen Zustand des abgebildeten Systems widerspiegelt und durch Einbeziehung von Prognosen der wichtigsten Einflussfaktoren wie z.B. Niederschlagsdaten eine vorausschauende Szenario-Analyse ermöglicht. Der Digitale Zwilling soll mit Hilfe eines KI-basierten Assistenten Handlungsempfehlungen zur Vorsorge und zum Umgang mit Wetterextremereignissen geben. Die vorgeschlagenen Handlungsempfehlungen werden dem Fachpersonal über einen Erklärbare-KI-Ansatz transparent erläutert, um Nachvollziehbarkeit und Akzeptanz zu verbessern.
Die prototypische Entwicklung und anschließende Validierung des Gesamtsystems erfolgt am Beispiel der Entwässerungsinfrastruktur der Stadt Hannover.
Arbeitsschwerpunkt hydro & meteo GmbH

Wesentliches Teilziel für die hydro & meteo GmbH sind die Ableitung von Überflutungsinformationen aus vorliegenden vorgefertigten Überflutungskarten fester Wiederkehrhäufigkeiten und aus aktuellen Niederschlägen, die zeitlich und räumlich variabel sind und deshalb ein zu erstellendes Mosaik der vorliegenden Karten erfordern.
Ein solcher Ansatz hat den Vorteil, dass langwierige 2D-Oberflächensimulationen zur Bestimmung der Überflutungstiefen und Fließwege offline durchgeführt werden können und dass damit für Echtzeitanwendungen schnell Ergebnisse abgeleitet werden können. Ebenso können dann sowohl gemessene als auch prognostizierte Ereignisse mit räumlich variablem Niederschlag in ihren Überflutungsauswirkungen schnell abgeschätzt werden.
Zweites Teilziel ist die Anbindung unserer Software SCOUT an das Prozessleitsystem der Stadtentwässerung Hannover. Damit stehen direkte online-Daten aus der Niederschlagsmessung der Stadt Hannover zur Verfügung und eine sehr schnelle vergleichende Auswertung dieser Daten mit Radarmessungen ist möglich.
Projektpartner
Förderung
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Verbundprojekt „ZwillE – Digitaler Zwilling zum KI-unterstützten Management von Wasser-Extremereignissen im urbanen Raum“ zur Fördermaßnahme „Wasser-Extremereignisse (WaX)“ im Rahmen des Bundesprogramms „Wasser: N“. Wasser: N ist Teil der BMBF-Strategie „Forschung für Nachhaltigkeit (FONA).
Projektlaufzeit: 02/2022 – 01/ 2025 (verlängert bis Juli 2025)
Gesamtfördervolumen: 2,453 Mio. €
Verbundkoordinator: Atos Information Technology GmbH

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Forschungsprojekt heavyRAIN: KI erkennt Starkregen früher und präziser
Wie lassen sich Starkregenereignisse früher erkennen und genauer vorhersagen?
Mit dieser Frage beschäftigte sich das Forschungsprojekt heavyRAIN. Nach drei Jahren Laufzeit hat das Projektkonsortium nun zentrale Ergebnisse vorgestellt. Ziel war es, Starkregen mithilfe von Künstlicher Intelligenz, IoT-Sensorik und Fernerkundungsdaten früher zu erkennen und Kommunen sowie Infrastrukturbetreibern eine bessere Grundlage für rechtzeitige Maßnahmen zu geben.

Einer der vielen IoT-Sensoren, die für das Projekt in Bochum, Hagen, Lübeck und Lüdenscheid aufgestellt wurden.
Dichtere Messnetze und neue Ansätze zur Datenfusion
In den Partnerkommunen Lübeck, Bochum, Hagen und Lüdenscheid wurden verdichtete IoT-Messnetze zur Erfassung von Regenintensitäten aufgebaut. Zum Einsatz kam ein wartungsarmer, autonom arbeitender Infrarot-Regensensor, der speziell für den Einsatz in urbanen Räumen konfiguriert wurde. Durch die vergleichsweise geringen Kosten der Sensoren lassen sich deutlich dichtere Messnetze realisieren als mit klassischen Messstationen.
Die Sensordaten wurden mit bestehenden Messungen sowie mit Radardaten verglichen und analysiert. Auf dieser Grundlage entwickelte das Projektteam Konzepte zur Fusion von Sensordaten und Wetterradar, um den Informationsgehalt bei Starkregenereignissen zu erhöhen und lokale Unterschiede besser abzubilden.
Frühere Erkennung von Starkregenzellen
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Analyse von Radar- und Satellitendaten. In einer Studie untersuchte das Konsortium, welche Merkmale in Fernerkundungsdaten frühzeitig auf die Bildung von Starkregenzellen hinweisen können. Als besonders vielversprechend erwiesen sich Informationen aus verschiedenen Höhen der Radar- Volumendaten sowie satellitenbasierte Daten zu Wolkeneigenschaften und zum Wasserdampfgehalt der Atmosphäre.
Diese Daten eröffnen neue Möglichkeiten, die Entstehung von Starkregen bereits vor dem eigentlichen Niederschlagssignal im Radar zu erkennen.

KI-Nowcasting in 5-minütigen Zeitschritten: Eingabe des Radarprodukts, Vorhersage und tatsächlich gemessener Regen Copyright: Okeanos
KI-gestützte Kurzfristvorhersage
Auf Basis der Projektergebnisse entwickelte das Team zudem einen Prototyp für eine KI-basierte Kurzfrist-Niederschlagsvorhersage. Das Modell verarbeitet Bilddaten aus Radar- und Satellitenmessungen und erzeugt innerhalb weniger Sekunden 5-minütliche Prognosen für die nächsten 60 Minuten.
Für die Entwicklung und Validierung wurden mehr als 7.000 reale und synthetisch erzeugte Starkregenereignisse berücksichtigt. Erste Ergebnisse zeigen eine Vorhersagequalität, die mit etablierten Verfahren wie der vom Deutschen Wetterdienst eingesetzten optischen Flussmethode vergleichbar ist. Tests mit qualitätsverbesserten Eingangsdaten deuten zudem auf weiteres Verbesserungspotenzial hin.
Grundlage für zukünftige Frühwarnsysteme
Ergänzend entwickelte das Projekt eine leistungsfähige und hochverfügbare Datenplattform, die Sensordaten automatisch prüft, korrigiert und gemeinsam mit Radar-, Satelliten- und Stationsdaten bereitstellt.
Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage, um Starkregen künftig früher, genauer und lokaler vorherzusagen und damit kommunale Frühwarnsysteme weiterzuentwickeln.
Angesichts der vielversprechenden Ergebnisse plant das Konsortium, die Arbeiten auch nach dem Ende des geförderten Projekts fortzusetzen.
Projektpartner
Initiiert und durchgeführt wurde das Projekt vom Start-Up Okeanos Smart Data Solutions GmbH aus Bochum, der hydro & meteo GmbH aus Lübeck, dem Bochumer Institut für Technologie GmbH und dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW. Unterstützt wurden sie von den Städten Bochum, Hagen, Lübeck und Lüdenscheid, die gleichzeitig als Orte der Feldstudien fungierten, sowie vom Deutschen Wetterdienst, der Emschergenossenschaft & Lippeverband, den Stadtwerken Bochum Netze, dem Wetternetz Hagen, den Stadtwerken Lüdenscheid & Herscheid, den Stadtwerken Lübeck Digital (bis vor kurzem „Travekom“), den Wirtschaftsbetrieben Hagen sowie von der Technischen Hochschule Lübeck.
Förderung
Das Projekt heavyRAIN wurde im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert.
Projektlaufzeit: 09/2022 – 11/2025
Gesamtfördervolumen: 1,608 Mio. €
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BlueGreenCities

Blau-grüne Infrastruktur zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Hochwasser und Dürren in Alpenstädten
Der Klimawandel bringt erhebliche Herausforderungen für Städte mit sich, darunter häufigere und intensivere Starkregenereignisse sowie längere und heißere Trockenperioden. Um diesen Veränderungen zu begegnen, sind innovative Anpassungsstrategien erforderlich.
Das Projekt BlueGreenCities untersuchte die Folgen unsicherer Wasservariabilität und die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf Anpassungsmaßnahmen wie blau-grüne Infrastrukturen (BGI), um die Widerstandsfähigkeit unserer Städte unter zukünftigen Klimawandelszenarien zu verbessern. Ziel war es, die Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel zu optimieren, einschließlich naturbasierter und technischer Lösungen, um sowohl die Wasser- als auch die Energiebilanz zu verbessern, die Verdunstungskühlung durch die Wasserverfügbarkeit zu erhöhen, die Abflussspitzen zu verringern und damit die Hitze- und Überschwemmungsgefahr in Städten zu reduzieren.
Unsere Aufgaben
Als Kernpartner waren wir für das Arbeitspaket 2 verantwortlich: Klimaszenarien & Data Mining. Unsere Aufgabe bestand darin, die meteorologische Grundlage für das gesamte Projekt zu liefern, indem wir hochauflösende Klimasimulationen aufbereiteten, die anschließend für hydrologische und mikroklimatische Modellierungen verwendet wurden. Unsere Hauptarbeit bestand in der Verarbeitung von konvektionsfähigen Simulationen (CPS) mit einer räumlichen Auflösung von etwa 3 km. Im Gegensatz zu regionalen Klimamodellen bilden diese Simulationen tiefe Konvektion explizit ab, was für die genaue Erfassung der kurzen, intensiven Niederschlagsereignisse unerlässlich ist, die in komplexem alpinen Gelände wie Innsbruck häufig zu städtischen Sturzfluten führen.
Um für die Fallstudie Innsbruck die höchstmögliche lokale Genauigkeit zu gewährleisten, führten wir eine rigorose Bias-Korrektur des CPS-DWD-MIROC5-Datensatzes durch, wobei wir stündliche Beobachtungen der Station Innsbruck-Flughafen aus zwanzig Jahren nutzten. Für die Temperatur haben wir das Quantile-Delta-Mapping (QDM) angewendet, um langfristige Erwärmungssignale zu erhalten. Für den Niederschlag nutzten wir temperaturabhängiges Quantile Mapping, um eine physikalisch konsistente Skalierung von Extremereignissen gemäß der Clausius-Clapeyron-Beziehung beizubehalten. Darüber hinaus validierten wir unsere primären Ergebnisse anhand eines Ensembles aus fünf zusätzlichen Simulationen aus dem CORDEX-FPSCONV-Projekt und bestätigten, dass die prognostizierten Klimasignale, einschließlich der sommerlichen Trockenheit und der Zunahme stündlicher Extremereignisse, über verschiedene Modellkonfigurationen hinweg robust sind.
Ergebnisse
Unsere Analyse für die Region Innsbruck deutet auf einen signifikanten Erwärmungstrend von +2 bis +3 °C bis zur Mitte des Jahrhunderts hin, der unter dem RCP8.5-Szenario bis 2100 möglicherweise +6 °C erreichen könnte. Während die Gesamtsommerniederschlagsmenge voraussichtlich zurückgehen und zu häufigeren Dürren führen wird, wird die Intensität extremer stündlicher Niederschläge voraussichtlich zunehmen. Dies stellt die städtische Infrastruktur vor eine doppelte Herausforderung: zum einen die Bewältigung eines höheren Risikos von Sturzfluten und zum anderen die Bewältigung anhaltender Sommerdürren.
Handlungsempfehlungen
Die gesammelten Ergebnisse des Projektteams zeigen, dass strategisch gestaltete Blau-Grüne Infrastruktur (BGI) die städtische Resilienz erheblich verbessern kann. Zu den wichtigsten interdisziplinären Erkenntnissen gehören:
- Hochwasserrisikominderung: Simulationen zeigten, dass die Entkopplung von 30 % der versiegelten Flächen durch BGI das Überlastvolumen der Kanalisation bei 5-Jahres-Regenereignissen um etwa 47 % und die überfluteten Flächen um 31 % reduzieren kann.
- Hitzestress: Während die stadtweite Begrünung nur begrenzte Auswirkungen auf die durchschnittlichen Lufttemperaturen hat, sind die lokalen Effekte erheblich. Die Beschattung durch Baumkronen wurde als der wirksamste Kühlmechanismus identifiziert, der den Universal Thermal Climate Index (UTCI) um bis zu 13,5 °C senken kann.
- Trockenheitsresilienz: BGI-Systeme, die zur Bewirtschaftung des Abflusses aus angrenzenden Flächen (wie Baumscheiben und Regengärten) konzipiert wurden, zeigten selbst in Zukunftsszenarien nur minimalen Trockenstress, da die zusätzliche Wasserversorgung eine konstante Kühlung durch Evapotranspiration unterstützt.
- Substratgestaltung: Das Projekt hob hervor, dass sandbasierte Böden optimal für den Hochwasserschutz und die Versickerung geeignet sind, während lehmbasierte Substrate besser geeignet sind, die Gesundheit der Vegetation während längerer Trockenperioden zu erhalten.
Resumée
Das BlueGreenCities-Projekt hat erfolgreich eine wissenschaftliche Grundlage für den Übergang von isolierten Begrünungsmaßnahmen zu vernetzten, multifunktionalen BGI-Systemen geschaffen. Der Erfolg wurde durch den wissenschaftlichen Beirat weiter verstärkt, der den Wissenstransfer zwischen unserem Forschungsteam und den lokalen Behörden ermöglichte und so sicherstellte, dass die Ergebnisse direkt auf die Stadtplanung anwendbar sind.
Für uns hat dieses Projekt unseren Rahmen für die Anwendung konvektionsfähiger Klimasimulationen auf praktische Strategien zur Anpassung an den Klimawandel in unseren zukünftigen Projekten erfolgreich verfeinert.

Abb.3: Der aktuelle Stand in Innsbruck hinsichtlich Hochwasserrisiko, Wasserhaushalt und Hitzebelastung. A, B und C – Aufschlüsselung der Komponenten des Wasserhaushalts: Evapotranspiration, Grundwasserneubildung und Abfluss. D – Hochwasservolumen. E – Überflutete Fläche. F – Hitzebelastung für den Menschen basierend auf dem Universal Thermal Climate Index (UTCI) an einem heißen Tag mit einer Lufttemperatur von 31,2 °C.
Förderung
Das Projekt BlueGreenCities wurde durch den Österreichischen Klima- und Energiefond (ACRP 14th Call) gefördert.
Laufzeit: Oktober 2022 – September 2025
Projektpartner: Universität Innsbruck (Fachbereiche Stadtplanung, Ökologie)
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ZIM – BodenRadar
Sensor- und KI-gestütztes Entscheidungsunterstützungssystem zur Optimierung des Wassermanagements
Hintergrund
Sowohl für die Landwirtschaft als auch für urbane hydrologische Fragen wie zum Beispiel für das Schwammstadtkonzept spielt das aktive Wassermanagement eine zentrale Rolle. Dabei spielt die Kenntnis des Wassergehaltes des Bodens eine besondere Rolle, um z.B. die notwendigen Leistungswerte für eine automatische Bewässerung von Grünflächen zu ermitteln. Wasserbezogene Bodenkenndaten sind bei allen Böden von wesentlicher Bedeutung, die Einfluss auf die Bildung von Oberflächenabflüssen oder von neuem Grundwasser haben.
Um die Datenermittlung und -bewertung zu verbessern, ist ein gründliches Verständnis der Prozesse und Mechanismen im Boden erforderlich. Das System Boden als Wasserspeicher muss umfassend verstanden und datentechnisch abbildbar sein. Hierzu muss unter anderem der Wasserkreislauf in den Wassereinzugsgebieten berücksichtigt werden und die Verbindung mit Pflanzen, wie zum Beispiel in städtischen Grünflächen.
Inhalte
Inhalte

Der Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Betrachtung des Bodens als Wasserspeicher. Dabei werden sowohl die Bedingungen für landwirtschaftliche Flächen als auch für den urbanen Raum berücksichtigt.
Es soll ein Entscheidungssystem entwickelt werden, das auf Radardaten zum aktuellen Niederschlag, auf Niederschlagsprognosen sowie auf wichtige Bodenkenndaten zugreift. Die Analyse wird mit Hilfe von KI-Algorithmen durchgeführt.
Zielsetzung
Entwicklung eines Datenmanagement- und Entscheidungshilfesystems zum Verständnis des Bodens als Wasserspeicher um z.B. Umsetzungsempfehlungen für die optimale Wasserversorgung von Böden im urbanen Umfeld (Schwammstadt) oder für präventive Überflutungsschutzmaßnahmen zu bekommen.
Ein wesentlicher Teil unserer Arbeiten war die Erstellung eines deutschlandweiten Radarkomposits, das in Verbindung mit NIRAweb des Projektpartners HST Niederschlagsdaten und Vorhersagen für jeden einzelnen Punkt in Deutschland bereitstellen kann. Hierfür wurden die Radarmessdaten aller 17 Radarstationen des Deutschen Wetterdienstes korrigiert und neu kompositiert, sowie mit allen verfügbaren Bodenstationsdaten angeeicht.
Das System steht jetzt online zur Verfügung.
Projektpartner
Förderung
Das Projekt ZIM BodenRadar wurde vom Förderprogramm „Zentrale Innovation Mittelstand“ (kurz: ZIM) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert.
Projektlaufzeit: 02/2022 – 07/2024
Fördersumme: 110.000,– €
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Die Wertschöpfungskette des Wassers in Australien
Hintergrund
Die Welt sieht sich im laufenden Jahrhundert einer raschen und beispiellosen Veränderung der Wasserverfügbarkeit gegenüber. Die letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass der aktuelle Klimawandel zu häufigeren extremen Wetterbedingungen mit zunehmenden Überschwemmungen und Dürren und vor allem zu Verschiebungen der Klimazonen führt. Dadurch können sich historisch günstige Standorte für die Landwirtschaft in trockene Gebiete verwandeln. Gleichzeitig führt die Zunahme der Weltbevölkerung dazu, dass an vielen Orten gefährdete Wasserressourcen erschöpft werden.

WaterSENSE bietet Wassermanagern weltweit eine Toolbox mit verlässlich nutzbaren Informationen zur Wasserverfügbarkeit und zum Wasserverbrauch, um ein nachhaltiges Wassermanagement zu unterstützen und die gesamte Wasserwertschöpfungskette (Wo ist Überfluss? Wo sind Defizite?) transparent darzustellen. Dabei basiert das von WaterSENSE entwickelte modulare, betriebsbereite Wassermanagementsystem, größtenteils auf Copernicus-Erdbeobachtungsdaten.
Arbeitsschwerpunkt hydro & meteo GmbH
Der Schwerpunkt von hydro & meteo lag auf innovativen Lösungen für die Schnittstelle zwischen Hydrologie und Meteorologie, die sich speziell an die Wasserindustrie und andere wetterbedingte Wirtschaftssektoren richten. In Arbeitspaket zwei bearbeitete hydro & meteo die Entwicklung von Algorithmen zur Quantifizierung der Wasserverfügbarkeit und -nutzung, die in einem weiteren Schritt für das gesamte WaterSENSE System kalibriert und validiert wurden.
hydro & meteo stellt qualitativ hochwertige Niederschlagsinformationen basierend auf einer Kombination von Radar und Stationsdaten bereit. Grundlage stellen hierbei die Radar und Stationsdaten des Australischen Wetterdienstes Bureau of Meteorology dar.
Die Kombination dieser beiden Messinstrumente bietet den Vorteil einer hohen Auflösung bei einer guten räumlichen Abdeckung durch die Nutzung von Radardaten und einer hohen Genauigkeit durch die Aneichung mit Stationsdaten. Die Niederschlagsdaten Stellen einen eigenständigen Teil von WaterSENSE dar, fließen aber auch in andere Dienste ein wie z.B. bei der Überwachung der Bewässerung.
Internationale Partner
Das WaterSENSE Konsortium besteht aus 7 internationalen Projektpartnern:
Förderung

Das Projekt wurde aus dem Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung Nr. 870344 finanziert.
Es hatte eine Laufzeit von vier Jahren (01/2020 – 12/2023).
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